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"10 Jahre Trafo Baden": Über Doppel-Buchungen und unruhige Nächte

Autor Reto Leder

06.06.13 16:30

Vor zehn Jahren wurde das Trafo Baden der Öffentlichkeit vorgestellt. Am ersten Juni-Wochenende 2003 konnte sich die Bevölkerung ein Bild über das neue Prunkstück auf dem Areal in der Ecke Bruggerstrasse/Haselstrasse machen. 10 Jahre Trafo BadenIn unserem letzten Blog zum Thema "10 Jahre Trafo Baden" ging es primär um den Stellenwert, den das Trafo Baden damals für die Stadt, aber auch die Region hatte.

Heute zu Gast im Trafo-Blog: Roberto Scheuer, Chef der ersten Stunde und heute Direktor der Trafo Baden Betriebs AG.

Roberto Scheuer, mit welchen Gefühlen denken Sie ans Eröffnungswochenende 2003 zurück?

Natürlich mit grosser Freude. Zur Erinnerung: das Stadtcasino befand sich gerade im Umbau zum Grand Casino. Vier Jahre mussten wir mit einer Zwischenlösung im Chapiteau im Casinopark wirtschaften. Das funktionierte grundsätzlich gut, aber wir waren alle froh, dass wir nun ins Trafo umziehen konnten. Es war für uns alle ein erlösender Startschuss in eine neue, grosse Zukunft. Die Stadt Baden hat sich dieses Projekt mit viel Innovationsfreude und Weitsicht als Ersatz für den Stadtsaal geleistet. Das war und ist bis heute eine tolle Sache.

Gab es rund um die Eröffnung schlaflose Nächte?

Vielleicht nicht schlaflos, aber unruhig. Ich erinnere mich, wie ich zwei Tage vor der Eröffnung durch das Trafo gelaufen bin und einen - aus meiner Sicht - völlig unfertigen Bau gesehen habe. Es war für mich ein Ding der Unmöglichkeit, dass die Bauarbeiter die Fertigstellung termingerecht schaffen würden. Aber wer selber Roberto Scheuerauch schon mal gebaut hat, der weiss, wie sich im Verlauf kürzester Zeit ein Rohbau in ein bezugsbereites Haus wandelt. Und so war es dann auch beim Trafo...

Was war das erste "Oh-je"-Gefühl für Sie als Trafo-Direktor?

Dass wir bereits im ersten Monat nach unserer Eröffnung eine Doppelbuchung zweier grosser Partner hatten. Keiner konnte und wollte auf das Anrecht, seinen Anlass im Trafo durchzuführen, verzichten. Klar, wir hatten ja beiden zugesagt. Das hat viel Improvisation verlangt - und hat uns zugegebener Massen auch ein bisschen Geld gekostet... (lacht)

Wieso?

Weil wir extra die Hallen 36, 37 und 38 herrichten mussten, damit wir beide grossen Veranstaltungen gleichzeitig und mit dem von uns verlangten Standart bedienen konnten.

Was war für Sie ein besonderes Event-Highlight?

Puuh, da gibt es viele. Ein Meilenstein war natürlich die Durchführung verschiedener Kunden-Events von Electrolux in den Hallen 36/37 und 38. Dafür haben wir drei verschiedene Themenwelten gebaut - Chinatown, Unterwasserwelt und Afrika. Die Räume blieben während 8 Monaten so bestehen, bevor eine neue Themenwelt errichtet wurde. So konnten auch andere Firmen von dieser speziellen Szenerie profitieren.

Ein anderes Higlight war während der Fussball-Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich. 2008 übernahmen wir an sechs Tagen das externe Catering im VIP-Bereich beim Fussballstadion Basel mit jeweils 3‘500 Gästen. Wir durften diese Gäste auf höchstem Niveau bekochen und bewirten. Unser Team bestand aus zwei Projektleitern, sechs Chefs de Service, 160 Servicemitarbeitenden, 20 Hilfskräften, sechs Küchenchefs und Sous Chefs sowie 70 Köchen. Eine sehr grosse Herausforderung, aber auch ein grandioses Erlebnis. Die UEFA sowie die Hauptverantwortlichen haben sich anschliessend persönlich bei uns bedankt.

Gegen welche Umstände musste sich das Trafo zu Beginn durchsetzen?

Gegen das Image, zu teuer zu sein. In der Region gab es dannzumal noch kein vergleichbares Angebot und so war das System mit Raumbereitstellungskosten usw. neu für die Bevölkerung. Mittlerweise schätzen auch ansässige Unternehmen die grosse Flexibilität und den professionellen Ausbaustandard an Technik, die Bestuhlungsmöglichkeiten wie auch das Speise- und Getränkeangebot. Durch die zahlreichen öffentlichen Anlässe, zu denen die Stadt, die Organisatoren von Trafomusic, das Symphonieorchester usw. einladen, rückte das Trafo Baden immer näher zur Bevölkerung. Heute geniesst es einen hohen Bekanntheitsgrad und ist sehr beliebt.

Es hat viel Überzeugungsarbeit gebraucht, um den Leuten zu zeigen, dass sie für den etwas höheren Preis auch viel mehr Leistung bekommen. Damals wie heute ist das Trafo übrigens im schweizweiten Vergleich alles andere als teuer. Die Schwierigkeit bestand vielmehr darin, Veranstalter aus anderen Kantonen zu überzeugen, dass wir "in der Provinz Baden" einen High-Class-Event problemlos bewältigen können. Die letzten zehn durchwegs erfolgreichen Jahre haben bewiesen, dass wir dies geschafft haben. Dazu konnten wir unsere Partner häufig überraschen, weil sie von uns unerwartet mehr bekommen haben als eigentlich abgemacht war. Viele Kundinnen und Kunden kommen heute immer wieder zu uns, weil bei uns das Gesamt-Paket stimmt.

Was bedeutet das Trafo Baden für Sie persönlich?

Ich bin seit Anfang dabei, das Trafo Baden ist mein „Baby“ und mir ans Herz gewachsen. Ich freue mich, wie das Unternehmen wächst und gedeiht. Nun wird es langsam zum Teenager, es folgt tatsächlich mit der zweiten Ausbauphase eine neue Ära. Mehr als eine Verdoppelung des Event Angebotes plus 2500 Quadratmeter Aussenfläche, die Vergrösserung des Event-Angebots von 2000 auf 4000 Quadratmeter Innenfläche, ein Hotel mit 80 Gästezimmern und und und. Die Herausforderungen bleiben.

Was sind für Sie die Faktoren der Erfolgsgeschichte "Trafo Baden"?

Das Trafo war damals seiner Zeit voraus. Die Stadt Baden hat - wie eingangs erwähnt - mit viel Weitsicht dieses Projekt realisiert. Das Trafo ist auch nach zehn Jahren hundertprozentig in Schuss. Die Investitionsfreudigkeit, aber auch Mut zum Risiko waren immer wieder entscheidend, dass sich das Trafo weiterentwickeln konnte. Dazu kommt ein intaktes, top-motiviertes und beständiges Team, das mit viel Herzblut bei der Sache ist, grosses Engagement zeigt und seit vielen Jahren meine Philosophie mitträgt.

Wie sieht diese aus?

"Alles muss möglich sein". Das klingt vielleicht einfach, aber anderswo heisst es bei Kundenwünschen oft: "Das ist schwierig" oder "das können wir nicht". Bei uns heisst es jeweils: "Ja, gerne". Ich verlange von meinen Mitarbeitern, dass sie den Ideen unserer Kunden und Partnern positiv gegenüberstehen und diese verwirklichen, auch wenn sie zu Beginn vielleicht tatsächlich unmöglich erscheinen. Und zu guter Letzt die guten Kundenbeziehungen. Wer einmal bei uns Gast war, hört immer wieder mal von uns - und sei es nur mit kleinen Gesten.

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